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Richtig wiegen, damit der Preis stimmt


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  Lose Erzeugnisse
Immer wieder erreichen uns Verbraucherbeschwerden, dass besonders im Lebensmittelbereich beim Verkauf von loser Ware (Fleisch, Wurst, Käse, Feinkost) das Verpackungsmaterial (Papier, Tüten, Becher) mitgewogen und zum Grundpreis des Erzeugnisses berechnet wird.
Diese Vorgehensweise ist unzulässig, denn der §10a Eichordnung1) bestimmt unmissverständlich:
„Im geschäftlichen Verkehr mit losen Erzeugnissen dürfen Gewichtswerte, die der Preisermittlung zugrunde liegen, nur als Nettowerte angegeben werden."
Hiervon ausgenommen ist die Abgabe von losen Erzeugnissen an Personen, die das Erzeugnis in ihrer selbständigen beruflichen oder gewerblichen oder in ihrer behördlichen Tätigkeit verwenden.
Der Handel ist beim Verkauf von losen Waren verpflichtet, das Nettogewicht der Ware als Preisgrundlage zu verwenden.

Taraeinrichtung
Moderne elektronische Waagen haben in der Regel eine Taraeinrichtung, die es gestattet, das verwendete Verpackungsmaterial automatisch oder auf Tastendruck einzutarieren, so dass die Waage "Null" anzeigt. Bei der anschließenden Wägung wird das Nettogewicht der Ware angezeigt und zur Berechnung des Preises in den Rechner übernommen.
In neuester Zeit werden häufig elektronische Waagen verwendet, bei denen die Gewichte verschiedener Verpackungsmaterialien (Papier, Tüten, Becher) bestimmten Produktgruppen in einem Speicher zugeordnet sind und bei der Wägung automatisch abgezogen werden, so dass auch hier nur der Nettowert für die Preisberechnung zugrunde gelegt wird.

Selbstbedienungswaagen
Auch bei Selbstbedienungswaagen muss die Möglichkeit bestehen, das Gewicht des Verpackungsmaterials (z. B. Schälchen in Salatbars, Tüten an der Obsttheke) zu berücksichtigen.
Nur das Mitverwiegen von ganz dünnem Papier oder ganz dünner Folie kann von den Überwachungsbehörden geduldet werden, wenn das Gesamtgewicht des Verpackungsmaterials 1 g nicht überschreitet.
Der Handel ist rechtlich verpflichtet und technisch in der Lage, beim Verkauf von losen Waren das Nettogewicht der Ware als Preisgrundlage zu verwenden. Verstöße gegen die genannten eichrechtlichen Bestimmungen werden von den Eichbehörden mit Verwarnungs- oder Bußgeld geahndet.

So kaufen Sie richtig
Dem Verbraucher wird dringend empfohlen, beim Einkauf von losen Waren den Wägevorgang genau zu beobachten und ggf. zu reklamieren. Die wirtschaftliche Bedeutung der Nettowägung für Wettbewerb und Verbraucher soll nachstehendes Rechenbeispiel verdeutlichen:
· Beim Einkauf von 100 g Edelsalami mit einem Grundpreis von 22,00 Euro/kg wird als Packungsmittel ein gewachstes Papier verwendet, das je nach Größe bis zu 10 g wiegt. Dieses Papier wird mitgewogen, so dass der Kunde in Wirklichkeit für
90 g Salami 1,98 Euro
10 g Papier 0,22 Euro
bezahlen muss, obwohl er 100 g Salami zum Preis von Euro 2,20 verlangt hat.

Da die tatsächlichen Papierkosten ohnehin im Warenverkaufspreis einkalkuliert sind, bleibt dem Verkäufer ein unzulässiger "Verpackungsaufschlag" von Euro 0,22.
Legt man nur einen Einkauf pro Tag und Person mit einem unzulässigen Verpackungsaufschlag von Euro 0,22 zugrunde, so errechnet sich für eine mittlere Großstadt mit 100.000 Einwohnern der Betrag von Euro 22.000,00 täglich; das sind rund 6,864 Millionen Euro im Jahr, die den Verbrauchern zu Unrecht abverlangt werden.


 


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Infoblatt zum Thema:

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Infoblatt "Brutto für Netto"
(PDF, 557 KB)

 



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